Warum die Schneefotos manchmal zu dunkel sind

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Ilustration zur Belichtungskorrektur

Rechts mit Belichtunsgkorrektur plus eineindrittel

Gestern gab es ja sogar hier bei uns Flachlandtirolern kräftig Schnee. Sogar so viel, dass er tatsächlich für einige Stunden liegen blieb.
Lange genug jedenfalls für einen Spaziergang mit der Kamera

 

Aber diese weiße Winterwunderwelt ist ja nicht nur hier eher die Ausnahme.
Aus diesem Grund sind die Belichtungsmesser und die davon abhängigen Belichtungsautomatiken vieler Kameras darauf gar nicht eingestellt.
Und das führt dann schnell zu Bildern mit dunkelgrauem Schnee. (Was zwar durchaus manchmal auch reizvoll sein kann, aber doch recht ärgerlich ist, wenn es nicht gewünscht wird.)

Und prompt erreichten mich gestern abend einige Fragen, was man dagegen machen kann.
Und weil es aktuell schon wieder kräftig schneite und auch heute vermutlich viele Leute Schneefotos machen werden, werde ich jetzt kurz öffentlich darauf antworten.

Das Problem zu lösen ist eigentlich auch gar nicht schwer, wenn man den Grund für das „Grauen“ kennt.

Ursache

Der Belichtungsmesser der meisten Kameras ist eher einfältig. Er sieht zwar das vom Motiv reflektierte Licht, weiß aber nicht, was da gerade fotografiert wird. Und folglich kann er auch nicht beurteilen, wie hell das Motiv wiedergegeben werden soll.
Die Belichtungsmesser der meisten Kameras sind auf mittelhell geeicht.
Das ist auch ganz klug gewählt, denn die meisten Menschen werden seltener Motive fotografieren, die weiß in weiß oder schwarz in schwarz sind.

Viel häufiger werden Motive fotografiert werden, bei denen eine Mischung der im Bild vorkommenden Bereiche mit unterschiedlicher Helligkeiten zu etwa „Mittelhell“ führt.
Aus diesem Grund „lernt“ der Belichtungsmesser, Werte anzuzeigen oder an die Automatik zu übergeben, die das Motiv im Durchschnitt in mittelhell wiedergeben, er wird auf mittelhell geeicht.

Mittelhell?

Warum mittelhell?

Die Belichtungsmesser sind auf die Helligkeit angepasst, die wir Menschen bei unsere visuellen Wahrnehmung unserer Umwelt als mittelhell empfinden.
Messtechnisch ist das allerdings recht dunkel, es ist eine Reflexion von 18%. Wir sehen das als mittelhell an, dass 82% des aufflaenden Lichtes schluckt.

Die Evolution ist schuld (?)

Zum Überleben war es für unsere Vorfahren wohl ein wichtiger Vorteil, das dunkle Raubtier im dunklen Wald noch zu sehen. Sie konnten fliehen, weiterleben und sich fortpflanzen.
Diejenigen Urmenschen, die messtechnisch richtig sahen, sind dagegen gefressen worden und konnten ihre Gene nicht mehr weitergeben.

Und so kommt es, dass anscheinend die Evolution unsere Belichtungsmessung beeinflußt. ;-)

Überstimmen

Bei Schneelandschaften ist mittelhell aber in der Regel viel zu dunkel. Und da ist es praktisch, dass der Belichtungsmesser nicht immer das letzte Wort haben muss und Du ihn überstimmen kannst.
Du kannst der Kamera eine andere Zielvorgabe geben und sie so zwingen, dass Bild heller zu machen — oder, falls in einer anderen Situation nötig, auch dunkler. 

Wenn Du mit der Automatik fotografierst, verwendest Du dazu die Belichtungskorrektur.
(Wenn Dich das Thema Belichtungskorrektur interessiert, hier in meinem Blog gibt es dazu einen speziellen Artikel:
Hilfe, die Fotos werden zu hell/zu dunkel!)
Diese stellst Du auf „+1“, je nach Situation auch ein wenig mehr oder weniger)

Illustration zu Belichtungskorrektur und Blendeneinstellung bei Canon und Nikon

Der Knopf zur Belichtungskorrektur in den Automatiken, links an einer Canon DSLR, rechts an Nikon. Zum Einstellen muss man ihn gedrückt halten.

Wenn Du manuell fotografierst, musst Du, damit Schneefotos heller werden, die Belichtung einfach nicht auf die Nullanzeige an der Lichtwaage abgleichen, sondern auf ca. plus eins.

Das war’s dann aber auch schon, „+1“, das ist der ganze Trick für „weiße“ Schneebilder.

Zum Thema Belichtung im allgemeinen und warum man mit der manuellen Belichtung oft schneller und sicherer fotografiert, habe ich mittlerweile eine ganz Reihe von Texten hier im Blog, Vielleicht ist ja was für Dich dabei: BELICHTUNG


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/ 12. Jan 2019

2 Gedanken zu „Warum die Schneefotos manchmal zu dunkel sind

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