Warum Fotos manchmal zu dunkel sind

Lesezeit: ca.2 Minuten
Ilustration zur Belichtungskorrektur

Rechts mit Belichtunsgkorrektur plus eineindrittel

Gestern gab es ja sogar hier bei uns Flachlandtirolern kräftig Schnee. Sogar so viel, dass er tatsächlich für einige Stunden liegen blieb.
Lange genug für einen Spaziergang mit der Kamera.
Doch diese weiße Winterwunderwelt ist ja nicht nur hier eher die Ausnahme.
Und deshalb sind die Belichtungsmesser / -automatiken vieler Kameras darauf nicht eingestellt und führen zu viel zu dunklen Bildern mit dunkelgrauem Schnee. (Was durchaus auch reizvoll sein kann, aber ärgerlich ist, wenn es nicht gewünscht wird)
Und prompt erreichten mich gestern abend einige Fragen, was man dagegen machen kann.
Und das es aktuell schon wieder kräftig schneite und auch heute vermutlich viele Leute Schneefotos machen werden, werde ich jetzt kurz öffentlich darauf antworten.

Das Problem zu lösen ist eigentlich gar nicht schwer wenn man den Grund für das “Grauen” kennt.

Ursache

Der Belichtungsmesser der meisten Kameras ist nun mal eher einfältig. Er sieht zwar das vom Motiv reflektierte Licht, weiß aber nicht, was da gerade fotografiert wird. Und folglich kann er auch nicht beurteilen, wie hell das Motiv wiedergegeben werden soll.
Die Belichtungsmesser der meisten Kameras sind nun auf mittelhell geeicht. (Um genau zu sein auf das, was uns Menschen in unsere visuellen Wahrnehmung unserer Umwelt mittelhell erscheint, das ist ein Objekt, das etwa 18% des auffallenden Lichtes reflektiert.)
Das ist auch ganz klug gewählt, denn die meisten Menschen werden seltener Motive fotografieren, die weiß in weiß oder schwarz in schwarz sind.
Viel häufiger werden Motive fotografiert werden, bei denen eine Mischung der unterschiedlichen im Bild vorkommenden Bereiche unterschiedlicher Helligkeiten zu etwa mittelhell führt.
Aus diesem Grund “lernt” der Belichtungsmesser, Werte anzuzeigen oder an die Automatik zu übergeben, die das Motiv im Durchschnitt in mittelhell wiedergeben, er wird auf mittelhell geeicht.


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Überstimmen

Eine Schneelandschaft in mittelhell ist aber in der Regel viel zu dunkel. Und da ist es praktisch, dass der Belichtungsmesser nicht das letzte Wort hat und Du ihn überstimmen kannst
Du kannst ihn “überstimmen” und die Kamera zwingen, dass Bild heller zu machen (oder falls in einer anderen Situation nötig , auch dunkler). 
Wenn Du mit der Automatik fotografierst, kannst Du dazu die Belichtungskorrektur verwenden.

Illustration zu Belichtungskorrektur und Blendeneinstellung bei Canon und Nikon

Der Knopf zur Belichtungskorrektur in den Automatiken, links an einer Canon DSLR, rechts an Nikon. Zum Einstellen muss man ihn gedrückt halten.

Wenn Du manuell fotografierst, musst Du, damit Schneefotos heller werden, die Belichtung einfach nicht auf die Nullanzeige an der Lichtwaage abgleichen, sondern auf ca. plus eins.

Das war’s dann auch schon, “+1”, das ist der ganze Trick für “weiße” Schneebilder.

Zum Thema Belichtung im allgemeinen und warum man mit der manuellen Belichtung oft schneller und sicherer fotografiert, bereite ich gerade ein neue Reihe von Texten vor.

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/ 13. Mai 2018

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